Tag 1 Osterfahrt 2011
Freitag, den 22. April,
Anfahrtstag Unsere Vereinsfahrt begann wie geplant um 9 Uhr im Vereinshaus. Wir (Moni, Helmut, Norbert, Jörg Sch. und Heidi) erreichten unser Ziel, den KC-Fröndenberg in Fröndenberg an der Ruhr ohne nennenswerte Staus gegen 15.30 Uhr. Erika und Wolf-Dietrich Schwarz erwarteten uns hier schon mit dem Schlüssel, denn die Vereinsmitglieder waren auf Osterfahrt. Der gedeckte Kaffeetisch plus Kaffee/Tee und selbstgebackenem Kuchen stand auch schon bereit. Nach der Kaffeepause suchte sich jeder in dem riesigen Aufenthaltsraum seine Schlafecke. Der Vereinssteg in die Ruhr wurde selbstverständlich auch begutachtet. Trotz Niedrigwasser strömte die Ruhr hier ziemlich. Nachdem wir Bäcker und Lokale ausgekundschaftet hatten erreichten wir nach einem Spaziergang an der Ruhr ein griechisches Lokal mit Nichtraucher Gastraum. Über das Essen hat sich keiner beschwert. Zurück im KC-Fröndenberg lagen wir ziemlich früh in unseren Schlafsäcken. Es gab ja keinen Extra-Raum zum Klönen oder Lesen. Heidi
Samstag, den 23. April, von Neheim-Hüsten nach Fröndenberg
Nach einem ausgiebigem Frühstück wollten wir mit den noch aufgeladenen Booten nach Neheim-Hüsten fahren. Doch Jörgs Auto wollte nicht rückwärts fahren. So mussten ihn mehrere Hände aus der Parklücke schieben. Nach einer halben Stunde erreichten wir dann unser Ziel, den Ski-und Kanu Club Neheim-Hüsten unterhalb einer Wildwasser-Slalomstrecke. Nach einer weiteren Viertelstunde setzten wir ohne Steg in die strömende, hier steinige Ruhr, ein. Das Schwallwasser verlangte unsere ganze Aufmerksamkeit. Norbert und Jörg als geübte Wildwasserfahrer paddelten vorneweg. Die Länge unserer Boote machte das Paddeln nicht leichter. Jörg konnte nicht schnell genug einem Stein ausweichen und drehte sich einmal um die eigene Achse. Helmut und ich bremsten und machten es Jörg nach. Also ab sofort mehr Abstand halten! Etwas später saß ich auf einem Stein auf. Ich schaffte es nicht, mich mit den Händen vom Stein zu drücken. Ich musste hier weg, sonst kamen die hinter mir fahrenden Boote noch wegen Bremsmanöver in Schwierigkeiten. Also bin ich kurz aus und wieder eingestiegen. Die Ruhr war hier flach und schnell. So blieb es noch zwei, drei Kilometer. Vor unserem ersten Wehr fuhren wir an einer Uferschwalbenkolonie vorbei. Sie liegt im Naturschutzgebiet mit Uferbetretungsverbot. Für unser erstes Wehr und die nachfolgenden fünf Wehre brauchten wir entweder Bootswagen oder Tragegurte (für drei Träger). Das hat etwas länger als die jeweils eingeplanten 20 Minuten gedauert. Doch als Entschädigung konnten wir durch ein offenes Wehr hindurch paddeln, sodass wir insgesamt sechs Wehre umtragen haben. Nach jedem Wehr paddelten wir wieder durch Schwallwasser. Es machte immer mehr Spaß! Wenn doch nur die Ein- und Aussatzstellen etwas komfortabler wären. Nur am Ziel, dem KC-Fröndenberg, erleichterte uns ein Steg den Ausstieg. Die Mittagspause legten wir übrigens nach unserem dritten Wehr direkt neben dem Ruhr-Radweg ein..Nur hier sind uns andere Menschen begegnet. Auf der Ruhr haben wir weder Angler noch Paddler gesichtet. Nach einem sehr sonnigen und sportlichen Paddeltag auf der Ruhr, die hier durchs Sauerland fließt, mussten unsere Autofahrer Erika, Jörg und Helmut nach einer Kaffeepause auf dem Vereinsgelände noch mit der Bahn die Autos holen. Das hat dann etwa eine Stunde gedauert. Das Essen hat dann ausgezeichnet geschmeckt! Heidi
Montag, den 25. April, vom KVW Hagen zum Bochumer KC
Bericht von Moni
Dienstag, den 26.April, Kulturtag
Heute ist Kulturtag! Nach einem reichlichen Frühstück, Dank an alle Brötchenholer, fuhren wir mit Bus und Bahn nach Essen, der Ruhrmetropole. Aus dem riesigen Angebot an Besichtigungsmöglich-keiten im Ruhrgebiet hatten wir die Zeche Zollverein gewählt. Die Zeche Zollverein, gegründet 1834, ist seit 2001 UNESCO-Weltkulturerbe, Schacht 1,2 und 8 von 1851 ist eine der ersten Tiefbauzechen Essens, davor wurde die Steinkohle im Tagebau gewonnen. Der Schacht XII gehört zu den etwa 20 Gebäuden, die zwischen 1928 und 1932 von den Architekten Schupp und Kremmer im Geiste der neu-en Architektur mit klaren Linien entworfen wurden und war damals eine der weltweit größten Stein-kohlenzechen. Glücklicherweise wurde das Ensemble noch kurz vor der Schließung der Zeche 1993 unter Denkmals-schutz gestellt und ist so komplett der Nachwelt erhalten geblieben. In vielen Gebäuden hat sich Kunst und Kultur angesiedelt, es ist auch ein Erlebnispark, ein Ort der Entspannung und Bewahrung gewor-den. Es werden viele Führungen über Kohle, Koks und Kultur angeboten. Wir waren zu einer kulturhistorischen Führung ´Über Kohle und Kumpel´ angemeldet, leider mussten wir wegen der Vorbestellung recht früh vor Ort sein. Die Führung war interessant und gab neben der Geschichte der Anlage auch Einblicke in die Förderung und Verarbeitung der Kohle. Von dem Dach der Kohlenwäsche (hier wurde die Kohle vom Gestein getrennt) hatten wir eine beeindruckende Aus-sicht auf das Gelände der Zeche mit dem Förderturm Schacht XII, dem alten Förderturm Schacht 1, der riesigen Anlage der Kokerei und einen herrlichen Ausblick auf Essen mit seiner grünen Umge-bung. Anschließend wollten wir in einer typischen Bergmannskneipe zu Mittag essen. Nach einer langwieri-gen Suche nach dem Lokal mussten wir feststellen, dass dieses Ruhetag hatte. Wir stärkten uns notge-drungen in einer Pizzeria und fuhren in die Innenstadt zurück. Hier schlenderten wir durch die quirlige Fußgängerzone zum Dom, den wir kurz besichtigten. Eigentlich stand noch die Besichtigung des Domschatzes an, aber weiter ging es und es kam der Wunsch auf, am Wasser Kaffee zu trinken. Mit der S-Bahn fuhren wir nach Hügel. Der Bau des Bahnhofs Hügel wurde vom Fabrikanten Krupp angeregt und bezahlt und hat einen eigenen, natürlich verschlossenen, Zugang zur Villa Hügel. Der Zugang war nur Krupp und seinen Gästen vorbehalten, für den Rest der Welt führt ein offener Aus-gang zum Erholungsgebiet Baldeneysee mit seinen Lokalen, Bootshäusern und der Regattastrecke. Die Tribünen sind ein beliebter Aufenthalt für die sonnenhungrigen Essener. Vom Start- und Zielturm wanderten wir die Uferpromenade entlang, am Regattahaus der Stadt Essen vorbei, zu den Tiroler Stu-ben. Hier genossen wir Sonne, Kaffee und Kuchen. Nach der Erholung von den Anstrengungen mach-ten wir uns auf den Heimweg und ließen den Tag auf der Terrasse des Kanuklubs ausklingen. Wolf
Mittwoch, den 27.April, Vom KC Bochum zum Regattahaus der Stadt Essen
Nach dem Frühstück ging es gleich aufs Wasser. Helmut hatte einen Zeitplan aufgestellt, den galt es einzuhalten. Das Wetter war nicht mehr so schön wie an den Vortagen, doch wie immer galt der Satz: „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung.“ Nach 3 km erreichten wir die Bootsgasse bei Hattingen. Eine Ampelanlage regelte die Durchfahrt. Nachdem durch Zug an einer Kette die Anlage in Betrieb gesetzt wurde, konnten wir einzeln durchfahren. Auf den nächsten 7 km gab es keine besonderen Vorkommnisse, sieht man mal davon ab, dass Helmut sich mit einer Kanadischen Wildgans anlegte. Die Ampelanlage der Bootsgasse Dahlhausen war defekt. Die Einfahrt konnte nicht passiert werden, da eine Metallleiter diese blockierte. Nachdem Norbert die Leiter angehoben hatte, konnten ich als Vorfahrer prüfen, ob die Gasse zu befahren war. Es war alles in Ordnung, und so konnten die Anderen folgen. Ich löste Norbert an der Leiter ab, damit auch er die Bootsgasse passieren konnte. Nach weiteren 2 km folgte schon die Bootsgasse Steele-Horst. Am unteren Ende der Gasse befand sich auf der rechten Seite eine Spundwand. Für den, der in das Profil der Wand einfädelte, endete die Fahrt abrupt. Aus unserer Gruppe musste nur Heidi diese Erfahrung machen. Vier Kilometer weiter erreichten wir die letzte Bootsgasse in Steele. Wir waren froh, dass auch diese gut zu befahren war und wir nicht umtragen mussten. Kalter Wind und Regen begleitete uns den letzten Teil der Strecke. Aus diesem Grund verzichteten wir auch auf unsere Mittagspause. Auf dem Baldeneysee konnten wir die Villa Hügel (Stammsitz der Familie Krupp) nur schemenhaft erkennen. Sie liegt oberhalb der Regattastrecke, unserem heutigen Etappenziel. Im Regattahaus der Stadt Essen konnten wir uns in den Umkleideräumen aufwärmen. Mit der Bahn ging es nach Hattingen und von dort weiter mit dem Bus zum KC Bochum. Nach einer heißen Dusche waren unsere Lebensgeister wieder geweckt und wir waren bereit zu einem Rundgang durch die Altstadt von Hattingen. Im Restaurant „Zur Glocke“ sorgten wir für das leibliche Wohl. Das Essen war gut, wenn ich auch nicht das bekam, was ich bestellt hatte. Als Entschädigung gab es dafür ein Espresso. Damit war ein weiterer Tag unserer Paddeltour auf der Ruhr beendet. Jörg Schorlemmer
Donnerstag, den 27. April, vom Regattahaus Essen nach Duisburg
Die Autofahrt nach Duisburg zum SPC Ackerfähre, wo wir heute unsere Osterfahrt beenden wollten, dauerte länger als geplant. Die Mitpaddler waren aber schon vor unserer Abfahrtszeit fertig. So waren wir trotzdem vor dem zu 10 Uhr bestellten Taxi vor Ort. Das Taxi brachte uns nach Essen zum Regattahaus wo wir die Boote abgelegt hatten. Der Regen der uns seit dem Morgen begleitete, hörte auf und die Sonne ließ sich blicken. Nach einem Kilometer Paddeln kam die Schleuse Baldeneysee. Hier wartete schon ein Motorboot, mit dem sind wir dann, nach kurzer Diskussion mit dem Schleusenwärter und 7,00 € geschleust worden. An der nächsten, 9 Kilometer entfernten Schleuse Kettwig haben wir umgetragen und dann Mittagspause gemacht. Kaum waren wir auf dem Wasser fing es für kurze Zeit wieder zu regnen an. Nach einiger Zeit begann es um uns herum zu grummeln. Ein Gewitter zog auf. Wir schafften es noch bis nach Mülheim, wo wir beim Mülheimer KSV am Steg aussteigen und uns unterstellen konnten. Dann ging es aber los. Nach ca. einer Stunde konnten wir dann weiter paddeln. Auch in der Schleuse Mülheim wurden wir für 7,00 € geschleust. Hinter der Schleuse und vor der nächsten Schleuse Raffelberg ist ein kurzes Stück Industriegelände. Die Schleuse Raffelberg war telefonisch nicht zu erreichen und die Gegensprechanlage konnte selbst Norbert vom Boot aus nicht erreichen. Also umtragen! Es ging mit den Bootswagen besser als gedacht. Nur der wieder einsetzende Regen störte. Jetzt waren es nur noch 2,5 Kilometer bis zum SPC Ackerfähre wo unsere Autos standen. Der Rest war Routine. Für die Rückfahrt brauchten wir 1 Stunde. Duschen, umziehen und zum Essen gehen, heute war es spät geworden. Helmut
Donnerstag, den 28.April, vom Regattahaus Essen nach Duisburg
Alles Schöne hat mal ein Ende. Heute ist der letzte Tag unserer Paddeltour auf der Ruhr. Nach dem Frühstück fuhren wir mit unseren Autos nach Duisburg zum SPC Ackerfähre. Während wir auf dem Parkplatz auf das bestellte Großraumtaxi warteten fing es leicht zu regnen an. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen, denn am Mittwoch hatten wir schon genug davon. Die Taxe traf ein und brachte uns zum Essener Regattahaus. Der Regen hatte inzwischen aufgehört, unsere Boote lagen noch unberührt neben der Turnhalle. Schnell noch einen Stempel für das Fahrtenbuch geholt und ab ging es. Helmut hatte uns schon vorab zum Schleusen am Stauwerk Essen-Werden des Baldeneysees angemel-det, der Schleusenmeister war zwar irritiert aber nach Zahlung eines Schleusengeldes von einem Euro pro Boot sanken wir etliche Meter tiefer. Die Fahrt ging weiter, an grünen Ufern und der Ruine Kat-tenturm vorbei nach Kettwig. Hier rührte sich kein Schleusenmeister und wir durften die Boote Um-tragen und stärkten uns bei einer Pause. Es begann zu Regnen, kurz vor der gewaltigen Ruhrtalautob-ahnbrücke verließen wir den Essener Stadtbereich und näherten uns Mühlheim. Der Regen wurde stär-ker und aus der Ferne näherte sich ein Gewitter. Bevor es uns einholte stiegen wir am Mühlheimer KC aus und ließen das Gewitter vorüberziehen, leider hatte die Dame des Hauses einen Termin, sie hätte uns gern einen Kaffee zum Aufwärmen bereitet. Am Mühlheimer Wasserbahnhof ging es durch die Schleuse Kahlenberg weiter die Ruhr herunter. Bei leichtem Nieselregen und Grummeln in der Ferne erreichten wir die Schleuse Raffelberg. Beim Anruf läutete das Schleusentelefon, sonst tat sich nichts. Da das Gewitter näher zu kommen schien, ent-schlossen wir uns zum Umtragen. Wir paddelten an Industrieanlagen vorbei und erreichten den SPC Ackerfähre. Das Booteverladen ging recht schnell vonstatten und durch den Berufsverkehr ging es zu-rück zum Bochumer KC. Eine warme Dusche tat gut, anschließend noch Vorbereitungen für die morgige Rückfahrt nach Berlin. Danach gingen wir zum wohlverdienten Abendessen und krochen müde und zufrieden in die Schlafsä-cke. Erika
